Plagiarius

Klar machen zum Kopieren

Negativpreis Plagiarius kürt die dreistesten Produktpiraten
Schwarzer Zwerg, goldene Nase: die Plagiarius-Trophäe
Da staunt der Entwickler nicht schlecht, wenn er sein Produkt im Schaufenster der Konkurrenz erblickt. Der Negativpreis "Plagiarius" zeichnet jährlich die dreistesten Produktpiraten aus. Die Preisträger 2010 stehen nun fest.


Drei Preise, sechs Auszeichnungen und zwei Sonderpreise: Am 12. Februar 2010 zeichnete die Plagiarius-Jury bereits zum 34. Mal Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate aus. Die Negativpreise wurden auf der Frankfurter Konsumgütermesse "Ambiente" verliehen.

Den Gesamtsieg sicherte sich das chinesische Unternehmen Shanghai Yuhao Household Appliance Manufacturing für die Eins-zu-Eins-Kopie eines Eiswürfelbehälters der Firma Tupperware aus Frankfurt. Zwei deutsche Händler hatten in diesem Fall bereits Unterlassungserklärungen unterschrieben, die Plagiate vom Markt genommen und die Restbestände vernichtet.

Schwarze Schafe, goldene Nase
Für ihren Sieg erhalten die Preisträger des Plagiarius den schwarzen Zwerg mit der goldenen Nase. Die Trophäe ist ein Symbol für die Gewinne, die Produktpiraten auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften.

Denn Fälschungen sind nach Ansicht der Initiatoren kein Kavaliersdelikt. Allein an den EU-Außengrenzen seien 2008 mehr als 178 Millionen rechtsverletzende Artikel sichergestellt worden – doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Herkunftsland Nummer eins der beschlagnahmten Waren ist China, was sich auch bei den Preisträgern des Plagiarius widerspiegelt.

Die aktuellen Preisträger werden ab dem 19. Februar 2010 im Museum Plagiarius in Solingen präsentiert.

Die Plagiarius-Preisträger 2010 im Überblick

1. Preis: Eiswürfelbehälter "Eisi"
Original: Tupperware Deutschland GmbH, Frankfurt
Plagiat: Shanghai Yuhao Household Appliance Manufacturing Co., Ltd., Shanghai, VR China

2. Preis: Spielzeug-Mähdrescher "Claas Lexion 480"
Original: BRUDER Spielwaren GmbH + Co. KG, Fürth
Plagiat: Vertrieb: A.H.U. ADAR Dariusz Adamiec, Warschau, Polen

3. Preis: Multimediasessel "Music Rocker cubic"
Original: Easychair GmbH, Blomberg
Plagiat: Vertrieb: friboss Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Heilbronn

Gleichrangige Auszeichnungen:

Glasschneider "Silberschnitt 100.0"
Original: Bohle AG, Haan
Plagiat: Royal Union Co., Ltd., Ningbo, VR China
Vertrieb: EURO SHOP, Betreiber: Paul GmbH & Co. KG, Gießen

Liebeskugeln "SMARTBALLS original"
Original: FUN FACTORY GmbH, Bremen
Plagiat: Vertrieb: Dretschler.com Sàrl, Contern, Luxembourg

Handbrause "HANSACLEAR"
Original: Hansa Metallwerke AG, Stuttgart
Plagiat: Zhejiang Cixi Chenxin Sanitary Wares Co., Ltd., Ningbo, VR China

Dekoelemente "ALICE", "AMOEBE", "STIXX" und "ROMANCE"
Originale: Koziol>> ideas for friends GmbH, Erbach
Plagiate: Hexin Electric & Plastic Factory, Guangdong, VR China

Hacker "OXO Good Grips"
Original: OXO, New York, U.S.A.
Plagiat: Yangjiang Yuzhong Daily Articles Co., Ltd., Guangdong, VR China

Messekonzept für die ZOW (Zuliefermesse für die Möbelindustrie)
Original: Survey GmbH & Co. KG, Bielefeld
Plagiat: Übernahme des Messekonzepts und Benutzung der Deckenkonstruktion:
Exposicam Srl., Mailand, Italien

Sonderpreise für Fälschungen:

Küchenmesserset (3-teilig) inkl. Verpackung
Original: ZWILLING J.A. HENCKELS AG, Solingen
Fälschung: Cheng Fa Hotel Product, Guangzhou City, VR China

"GLOBAL" Messerset mit Messerblock und Verpackung
Original: Master Cutlery Corporation, Funabashi, Chiba, Japan
Fälschung: unbekannt

Weitere Informationen zum Negativpreis Plagiarius erhalten Sie unter www.plagiarius.com.

Foto: © plagiarius.com

3 Kommentare:
von Arno Nym am 21.11.2010 - 15:13 UhrPlagiate im Möbelbereich sind Gang und Gebe, das ist übliche Praxis. Wenn man erwischt wird, dann ist das halt Pech und man darf zahlen.

Man kann Friboss vieles vorwerfen, der Service dieser Firma ist eine Katastrophe, von Mitarbeiterführung hat die Geschäftsleitung nur gerüchteweise gehört und moderne Managementmethoden dürfen gleich ganz draussen bleiben, aber, lieber Steve, kriminell sind die Herren sicherlich nicht, nur vielleicht ein wenig klüger als gewisse Jungunternehmer, die eine etwas zu große Klappe haben.

Bei dem Zeug, das Friboss verkauft, gilt immer noch der alte Spruch: You get what you pay for, so einfach ist das. Wenn Du Qualität willst, dann kauf halt nicht deine Möbel im Discount ein.
von Martin am 11.11.2010 - 13:51 UhrWas heisst hier Vorsicht ? Es gibt hunderte von Plagiaten im Möbelbereich. Und wo bitte soll hier der Unterschied sein ausser dem Verkaufspreis ? Hochkriminell sind ganz andere Dinge auf dieser Welt aber sicher nicht die "Kopie" eines Sessels mit integrierten Lautsprechern ! Und ich weiss nicht ob Easychair der Erfinder eines solchen Produktes ist/war :-)
von Steve am 16.08.2010 - 15:20 UhrVorsicht vor der Firma Friboss Handelsgesellschaft aus Heilbronn So vertreibt die Firma Friboss Handelsgesellschaft Plagiate Fälschungen hoch Kriminell aus Heilbronn einen Multimediasessel, der dem Easychair aus Blomberg entspricht.
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