Berliner Umweltpreis

Weniger Lampen spart Geld



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Irina Pächnatz (Foto: Cornelsen)
Der Fußboden ist Teil der Klimaanlage, Deckenlampen werden kaum genutzt und EDV-Server heizen die Tiefgarage: Die Cornelsen Verlagsgruppe baut sich ein neues Verlagsgebäude nach dem Low-Tech-Prinzip und spart damit 32 Prozent an Heiz-, Energie- und Stromkosten.


Für das Konzept des Neubaus und ihr Engagement für den Umweltschutz gewinnt der Bildungsverlag den Berliner Umweltpreis des BUND. biz-AWARDS sprach mit Irina Pächnatz, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, über das umweltfreundliche Haus und seine Mitarbeiter.

Verlagserbe verpflichtet zu Umweltstandards
2004 baute der Verlag ein zweites Verlagsgebäude in Berlin. Für die Low-Tech-Bauweise entschied sich Cornelsen aus zwei Gründen, wie Irina Pächnatz sagt.

"Erstens ist ein umweltgerechter Neubau für ein modernes Unternehmen unvermeidlich. Und zweitens sind wir durch unser Verlagserbe verpflichtet, Umweltstandards zu wahren. Schon der Verlagsgründer Franz Cornelsen hat sich für die Umwelt eingesetzt."

Das Erbe Cornelsen ist in den Unternehmenszielen fest eingebunden und bestimmt interne und externe Abläufe. "Für die Schulbücher verwenden wir zum Beispiel nur Papier, das aus ökologisch angebauten Waldbeständen stammt."

Umweltziel gilt für Gebäude und Mitarbeiter
Die Ziele sollen die Mitarbeiter dazu anhalten, umweltschonend zu handeln. "Der Neubau ist dafür sinnbildliches und zukunftsweisendes Vorbild", sagt Pächnatz.

Das sechsstöckige Gebäude mit seinen 260 Einzelbüros bietet den Mitarbeitern ungewohnte Umgebungen. So wird die Raumtemperatur nicht durch eine Klimaanlage reguliert, sondern durch eine energielose thermische Nutzung des Betonkerns von Decken und Fußböden. "Der Kern speichert die Wärme. Im Sommer wird die Wärme über Wasserleitungen gekühlt und zurückgeführt, so dass es in den Räumen angenehm kühl ist. Im Winter heizen wir dann mit Fernwärme, die mit einer Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird."

Wenige Lampen, viel Licht

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Das zweite Cornelsen- Verlagshaus in Berlin. (Foto: Cornelsen)
Ein weiteres Highlight für die Mitarbeiter ist die natürliche Beleuchtung der Büros. In fast allen Räumen sind Glaswände und insgesamt etwa 350 Oberlichter eingebaut. Dazu gibt es Jalousien, die sich selbständig nach dem Einfall der Beleuchtung richten, erklärt die Pressesprecherin.

"Die Mitarbeiter schalten Schreibtischlampen kaum noch ein. Die Räume sehen schöner aus, weil weniger Deckenlampen verbaut sind. Und wir reduzieren damit den Energiebedarf des Gebäudes."

Selbst in der Tiefgarage wurde an die Umwelt gedacht. Die Abwärme der EDV-Server wird über ein Gebläse in die Tiefgarage weitergeleitet und sorgt dort für eine "normale" Temperatur von 20 Grad Celsius. Irina Pächnatz zu biz-AWARDS: "Insgesamt sparen wir im Neubau 32 Prozent an Heiz-, Energie- und Stromkosten im Vergleich zu unserem ersten Verlagsgebäude."

Imagegewinn außen, zufriedene Mitarbeiter innen
Die umweltbewusste Bauweise steigert das Image und motiviert das Personal zusätzlich, umweltfreundlich zu arbeiten, so Pächnatz weiter. "Jeder Einzelne übernimmt mehr Umweltverantwortung als früher. Flaschen werden in die Glascontainer gebracht, der Müll wird getrennt, für die Kopien wird kein Hochglanzpapier mehr verwendet usw."

Jeder Mitarbeiter bei Cornelsen kann Verbesserungen vorschlagen. "Im Verlag gibt es ein Vorschlagssystem: den Ideenwettbewerb. Am Ende jedes Jahres prämieren wir die Ideen, inklusive Arbeitsprozesse und Produktionsvorschläge. Jeder kann einen Vorschlag einbringen."


Kontakt
Cornelsen Verlag GmbH & Co. oHG
Mecklenburgische Straße 53, 14197 Berlin
Tel. 030 / 897 85 - 563
irina.paechnatz@cornelsen.de
www.cornelsen.deÜber Cornelsen
Der Cornelsen Verlag entwickelt seit 60 Jahren unter anderem Schulbücher und Bildungsmedien für die Aus- und Weiterbildung. Das Unternehmen zählt damit zu den führenden Bildungsanbietern in Deutschland. Die 750 Mitarbeiter des Verlages arbeiten in zwei Verlagsgebäuden in Berlin.

Zur Verlagsgruppe gehören insgesamt etwa 2.000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt 347 Millionen Euro.
zum Wettbewerb» Berliner Umweltpreis


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